Fenja die Küstenfüchsin

Der Körperbau , Lebensraum

Der Fuchs ist lang und schmal gebaut. Er hat kurze, schlanke Beine und einen buschigen, langen Schwanz.
Die Schwanzspitze ist meistens weiss.
Der Kopf ist schmal und spitzt sich zur Nase hin stark zu.
Mit diesem schlanken Kopf kann der Fuchs auch durch enge Spaltöffnungen von nur etwa 10 cm schlüpfen.
Darum ist auch ein enger Durchlass wie ein Loch im Hühnerzaun für ihn kein Hindernis.
Der Fuchs wiegt zwischen 5 und 7 kg. Männliche Tiere (Rüden) sind in der Regel etwas schwerer als weibliche Tiere (Fähen).

Fell und Haare

Winterfell
Unter den Deckhaaren liegen im Winter besonders viele dichte, feine, dunkelgraue Wollhaare.
Diese wärmen den Fuchs in der Winterkälte. An den Beinen sind die Haare kürzer, so dass weder Schmutz noch Schnee
daran hängen bleiben.

Sommerfell
Ab April beginnt der Fellwechsel. Das Sommerfell ist röter und kürzer. Es hat wesentlich weniger Unterwolle.

Die Fuchsfamilie, Paarung und Geburt

Wer sind die Mitglieder einer Fuchsfamilie?
Bei uns leben Füchse meist in kleinen Familienverbänden.
Zu einer solchen Familie gehört ein Männchen (Rüde) ein Weibchen (Fähe) und die noch nicht erwachsenen Jungtiere (Welpen).
Die Familie verteidigt ihr Revier gegen Artgenossen. Beide Elternteile helfen bei der Jungenaufzucht mit.
Bei der Nahrungssuche sind die Füchse jedoch meist alleine unterwegs.
In Gebieten mit vielen Versteckmöglichkeiten und genügend Nahrung
leben Füchse manchmal auch in größeren Familiengruppen zusammen.

Die Entwicklung der jungen Füchse

Etwa zwei Wochen nach der Geburt machen die jungen Füchse die Augen auf.
Sie beginnen schon bald zu spielen.
Abends werden Sie von der Mutter ins Freie geführt, um die neue Umgebung zu erkunden.
Es ist nun Frühling und kaum sind die Jungtiere draußen, üben sie „Beute fangen“ und „miteinander kämpfen“.
Im Alter von ungefähr 5 Wochen hören die jungen Füchse auf, Milch zu trinken.
Sie bleiben noch etwa 2 Monate beim Bau, wo sie bei schönem Wetter an der Sonne liegen, aber auch viel miteinander spielen und toben.
Im frühen Sommer verlässt die Familie meist den Bau.
Die Jungen sind nun schon recht selbständig und begleiten die Mutter auf ihre Streifzüge.
Gegen Herbst verlassen die meisten Jungfüchse das Revier der Eltern.
Manchmal verschwinden sie von einem Tag auf den andern.
Andere unternehmen nachts immer längere Wanderungen, bis sie eines Tages gar nicht mehr zurückkehren.
Im Winter sind die jungen Füchse schon erwachsen. Sie sind alt genug, um selber einen Partner zu suchen.

Mit welchen Tieren ist der Fuchs verwandt?

Der Fuchs ist ein Raubtier. In Europa gibt es vier Familien von Raubtieren:

  • Die Katzenartigen (Felidae)
  • Die Marderartigen (Mustelidae)
  • Die Grossbären (Ursidae)
  • Die Hundeartigen (Canidae)

Fuchs, Wolf und Hund gehören zur gleichen Raubtierfamilie: Zur Familie der Hundeartigen.
Mit Wölfen und Hunden ist der Fuchs also näher verwandt als mit anderen Raubtieren wie Mardern, Katzen und Bären.
Es gibt Merkmale, welche für alle Mitglieder dieser Familie typisch sind:
Die lange Schnauze, große und sehr bewegliche Ohren, ein langer, buschiger Schwanz und Pfoten mit stumpfen Krallen.
Die Krallen sind im Pfotenabdruck gut zu sehen.
In einem Punkt zeigt der Fuchs aber mehr Ähnlichkeit mit einer Katze als mit einem Wolf oder Hund:
Seine Pupillen sind wie bei Katzen am Tag senkrechte Schlitze und nicht rund wie bei Hunden und Wölfen.

Die Paarung und Geburt

Damit es zur Geburt von jungen Füchsen kommen kann, müssen sich Rüde und Fähe zuerst paaren.
Die Paarung geschieht im Winter, zwischen Dezember und Februar.
In der Paarungszeit kann es kämpferisch zu und her gehen!
Die Fähe lockt den Rüden mittels Düften an, die sie über ihren Harn und eine Schwanzdrüse ausscheidet.
Der Rüde läuft der Fähe in dieser Zeit auf Schritt und Tritt nach und lässt sie nicht aus den Augen, um sie nicht an einen Rivalen zu verlieren.
Tauchen andere Rüden auf, wird in Kämpfen entschieden, wer sich schließlich mit der Fähe paaren darf.
Nach der Paarung geht es noch 51 – 53 Tage, bis 4-6 Welpen in einem trockenen Bau zur Welt kommen.
Sie sind nur etwa 100 g (= 1 Tafel Schokolade!) schwer und dunkel behaart.
Die Augen sind noch geschlossen.
Die Jungen werden von der Fähe in den ersten 2-3 Wochen warm gehalten und gesäugt.
In dieser Zeit bringt der Rüde Nahrung herbei, so dass die Mutter den Bau kaum verlassen muss.

Feinde des Fuchses

Natürliche Feinde des Fuchses sind Wolf, Marderhunde, Uhu und Adler.
Die häufigsten Todesursachen für den Fuchs sind heute die Jagd durch den Menschen, Verkehrsunfälle und Krankheiten.

Fuchs und Mensch

Der Fuchs kommt auch dort vor, wo Menschen leben, in Gärten und Parks, in Dörfern und Städten.
Nicht alle Menschen freuen sich darüber, dass der Fuchs so nahe ist.
Füchse sind scheue Wildtiere. Sie weichen dem Menschen aus und greifen ihn nicht an.
Der Fuchs kann aber Krankheiten übertragen. Gefährlich für den Menschen sind zwei: Der Fuchsbandwurm und die Tollwut.
Füchse dürfen niemals angefasst oder gestreichelt werden!

Die Tollwut

Die Tollwut gehört zu den gefährlichsten Krankheiten.
Es sind hauptsächlich Füchse, welche die Tollwut in Europa ausgebreitet haben.
Zum Glück gilt Deutschland seit einigen Jahren als tollwutfrei.
Tollwut ist eine Viruskrankheit. Sämtliche Säugetiere und somit auch Menschen können angesteckt werden,
indem sie von einem kranken Tier gebissen werden.
Symptome der Krankheit sind heftiges Speicheln, Aggressivität und Beißen.
Wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist, führt sie zum Tod.
Dass die Krankheit heute in Deutschland ausgerottet ist, verdanken wir einer erfolgreichen Impfaktion.

Wie kannst Du Dich vor Tollwut schützen?

In Deutschland und den umliegenden Ländern Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich und Liechtenstein kommt die Krankheit heute nicht mehr vor.
Hier also musst Du keine Angst vor einer Ansteckung haben.
Reist Du aber weiter weg in andere Länder, musst Du vorsichtig sein:
Füttere nie Wildtiere und streichle nie fremde Hunde, denn auch diese können die Krankheit übertragen.
Wird man trotzdem von einem Tier gebissen ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen!

Der kleine Fuchsbandwurm

Bandwürmer leben im Darm der Tiere. Füchse können mit verschiedenen Arten von Bandwürmern befallen sein, töten jedoch das Tier nicht.
Eine einzige der Bandwurmarten kann dem Menschen sehr gefährlich werden: Der „kleine“ oder „gefährliche“ Fuchsbandwurm.
Der kleine Fuchsbandwurm ist nur etwa 4 mm lang und besteht aus einem Kopf und einigen Körpergliedern.
Im letzten dieser Glieder werden einige hundert Eier gebildet, die mit dem Kot der Füchse an die Aussenwelt gelangen.
Gelangen diese Eier über ungekochte Nahrung wie Beeren oder über verschmutzte Hände in den Mund des Menschen, schlüpfen im Darm kugelförmige Larven.
Diese Larven gelangen über das Blut in die Leber des Menschen und zerstört diese im Laufe der nächsten Jahre.
Die Krankheit kann tödlich sein, ist aber zum Glück sehr selten!

Wie kannst du dich vor dem Fuchsbandwurm schützen?

Die Eier des Fuchsbandwurmes gelangen über verschmutzte Hände oder Essen von verunreinigter Nahrung in den Mund des Menschen.
Obwohl die Krankheit nur sehr selten ist, solltest Du auf folgendes achten:

  • Früchte und Gemüse aus Garten und Wald vor dem Essen immer gründlich waschen.
  • Nach dem Kontakt mit Hunden gründlich die Hände waschen, denn Hunde wälzen sich gerne im
    Freien und so kann Fuchskot auf das Fell kommen.
  • Nach dem Arbeiten im Garten sollten die Hände ebenfalls gewaschen werden.
  • Füchse nicht füttern, dadurch werden Sie in die Nähe des Hauses gelockt.
  • Fuchskot im Garten z.B. mit einer Hundekottüte einsammeln und im Restmüll entsorgen